tierfotografie

Fotografie und Tiere. Gibt es eigentlich etwas besseres als diese 2 Hobbys zu kombinieren? Ich glaube nicht. Die Tierfotografie ist die lustigste aller Fotografiearten, jedoch wirklich unberechenbar. Doch gerade das macht lässt das ganze so spaßig werden. 

In fast jedem Haushalt befindet sich mindestens ein Haustier. Katzen, Hunde, Pferde, Schlangen, Mäuse und Hasen finden sich immer häufiger in unseren Wohnzimmern. Da sollten wir doch auch das ein oder andere tolle Bild von Ihnen haben oder nicht?
Wem das nicht genug ist, der kann sich in den Wald oder in den Zoo begeben, um dort wilde und exotische Tiere abzulichten. 

Doch bevor du damit loslegst, solltest du diese Tipps und Tricks beherzigen, um das perfekte Ergebnis zu erhalten. 

1. Alles muss auf's Bild

Du solltest darauf achten, dass ganze Tier auf dein Bild zu bekommen und keine Gliedmaßen abzuschneiden. Das sieht dann nämlich mehr als nur komisch aus. 

Portraitaufnahmen sind hier natürlich eine Ausahme. Hierbei kommst du nicht darum herum Teile des Körpers abzuschneiden. (Kopf + Brust sollten auf dem Portrait zu sehen sein) 

Beachte ebenso, dem Tier im Bild ausreichend Platz zu geben. Dazu später mehr im Punkt Fotokomposition.

2. Fokus auf die Augen legen

Fokus auf die augen bei der tierfotografie

Mindestens ein Auge muss immer im Fokus sein. Hier gilt die gleiche Regel wie in der Portraitfotografie, denn die Augen sind der ausdrucksstärkste Teil des Gesichts.

Der Ausdruck in den Augen kann dir sehr viel über das Tier verraten. Du wirst erkennen ob der Blick dir gegenüber eher aggressiv oder freundlich gesinnt ist. 

Bei wildlebenden Tieren sollte hier bei aggressiven Blicken Vorsicht geboten sein!
Um ein gestochen scharfes Auge zu bekommen, nutzt du am besten die selektive Scharfstellung, um das Auge zu fokussieren.
Setze also immer manuell den Fokus auf mindestens ein Auge des Tieres, um das meiste aus dem Bild herauszuholen.

3. Kamera beherrschen

In der Tierfotografie musst du ständig bereit sein und du musst jederzeit das Unerwartete erwarten. Dazu ist es wirklich essentiell deine Kamera perfekt zu beherrschen. 

Tiere können unberechenbar sein und das positiv wie auch negativ. Du musst für alle Situationen bereit sein und sämtliche Einstellungen schnellstmöglich vornehmen können. So entstehen die wirklich die mit Abstand allerbesten Fotos von Tieren in Action.

Einstellungsempfehlungen der Kamera:

  • Für die Blende empfiehlt sich beim Ablichten sehr aktiver Tiere ein kleiner Wert um den Hintergrund gut vom Motiv zu trennen
  • Eine kurze Verschlusszeit (1/1000 s) ist in der Tierfotografie üblich, wenn sich das Motiv viel bewegt.
  • Verwende einen eher niedrigen Iso-Wert um gestochen scharfe Bilder zu erhalten
  • Benutze eine eher große Brennweite um Tiere aus größerer Entfernung auf dem Bild gut zu erkennen. (Teleobjektiv)

4. Der passende Hintergrund

Der passende Hintergrund kann in der Tierfotografie nicht immer beeinflusst werden.

Wildtiere halten sich nunmal nicht genau da auf wo du sie haben möchtest und exotische Tiere wirst du bei uns nur in Zoos finden. 

Wer Haustiere fotografiert, kann jedoch Einfluss auf den Hintergrund nehmen. 

Du solltest Hund und Katz nicht unbedingt immer in deiner Wohnung mit Schrank im Hintergrund fotografieren. Begib dich raus in die Natur und suche dir dort schöne Umgebungen. Auch deinen Hund wird ein Fotoshooting im Wald sehr gut gefallen. 

In der Tierfotografie wird auch meist darauf geachtet den Hintergrund unscharf zu stellen, da dadurch das Motiv sehr stark heraussticht und der Blick sich voll dem Tier zuwenden kann. 

Den störenden Hintergrund kannst du verhindern, in dem du mit einer langen Brennweite und einer weit geöffneten Blende arbeitest. So wird der Hintergrund wunderbar unscharf.

Wer dennoch störende Elemente in seinem Bild hat, der kann diese mitteln Bildbearbeitungsprogramm noch etwas retuschieren.

5. Die richtige Perspektive finden

In der Tierfotografie, die richtige Perspektive zu finden ist bei weitem nicht so einfach wie beim Fotografieren von Menschen. Aufgrund der unterschiedlichen Größe der Tiere musst dich diesen ebenso anpassen. 

Von unserer Position aus sehen wir auf unsere geliebten Haustiere wie Hunde und Katzen von oben herab. Stehen wir einer Giraffe gegenüber blicken wir von unten zu dieser auf. 

Wer seine Aufnahmen interessant gestallten will, der sollte diese traditionellen Blickrichtungen brechen. Wenn du deine Katze fotografierst begib dich also zu ihr auf den Boden und sei mit ihr auf einer Augenhöhe. Wenn du eine Giraffe im Zoo fotografieren möchtest, so wär es toll dies von einer höheren Position aus zu tun. So bekommst du viel interessantere Bilder!

Wer seine Haustiere fotografiert wird es hier natürlich wesentlich einfacher haben, als wenn du in der freien Wildbahn ein Tier fotografieren willst. Da jede Bewegung ein Tier schnell erschrecken und verscheuchen kann, macht es hier Sinn sich in die passende Position zu begeben und dann auszuharren bis sich das Tier annähert.

6. Du musst Geduld haben

Tiere haben ihren eigenen Willen und hören nicht auf Anweisungen wie du sie einem Model in der Portraitfotografie geben kannst. 

Deshalb brauchst du in der Tierfotografie sehr viel Geduld und musst auf den richtigen Moment warten. 

Das kann auch heißen mehrere Stunden auf auf einen Hirsch in einer Waldlichtung zu warten.

Ist das lang erwartete Objekt aufgetaucht heißt es schnell sein. Denn so schnell Tiere meist kommen, so schnell sind sie auch wieder weg. Also sei vorbereitet und mach so viele Fotos wie möglich. Danach sortierst du die schlechteren Bilder am Computer aus.

7. Fotokomposition

Wie in allen Arten der Fotografie, gibt es auch in der Tierfotografie traditionelle Regeln die du nicht brechen solltest. 

Du solltest die Drittregel, den goldenen Schnitt und auch die diagonale Linienführung beachten. 

Was heißt das jetzt stark vereinfacht für dich als Fotografen?

Du solltest das Objekt nicht in der Mitte des Fotos platziert, sonder eher am Rand des Bildes. Wenn dein Motiv nach links blickt, dann wird das Objekt  in der rechten unteren Ecke platziert. Wenn es nach rechts blickt genau umgekehrt. 

Der goldene Schnitt entsteht durch zwei imaginäre Linien an deren Schnittpunkt sich idealerweise das Motiv befinden sollte. Die waagrechte und senkrechte Linie unterteilen das Foto in einem Verhältnis von ca. 60 zu ca. 40 Prozent. 

Bei der Drittregel entstehen gleichmäßig über das Bild verteilt, je zwei senkrechte und zwei waagrechte Linien. Das Motiv sollte hier nun einer Linie folgen oder sich am Schnittpunk zweiter Linien befinden. 

TIPP

Viele Kameras haben Voreinstellungen mit denen du die Linien auf der Kamera einblenden kannst.

Die Arten der Tierfotografie

Zu allererst musst du dich entscheiden, ob du ein Porträt oder das Tier in Action fotografieren willst. Bei der Portraitfotografie lichtest du nur einen Teil des Motivs ab und erzeugst damit sehr ausdrucksstarke Bilder oder hältst sehr innige Momente perfekt fest. 

Bei Actionfotos kommt etwas mehr Bewegung ins Spiel. Hier wird das Tier beim Laufen, Springen, Schwimmen, Fliegen oder auf der Jagd fotografiert. 

Je nachdem für welche Art du dich hier entscheidest musst du unterschiedlich an die Situation herangehen. Beide Arten haben ihre Vorzüge und bedürfen ganz eigenen Anforderungen. 

Portraitfotografie von Tieren

Eine Portraitaufnahme zeigt das Motiv meist schlafend oder in ruhigem Zustand vor einem.

Bei diesen Fotos gibt es normalerweise kaum Bewegungen. Hier empfiehlt sich eine große Blende zu wählen um einen schön unscharfen Hintergrund zu bekommen. 

Ebenfalls kann die Belichtungszeit eher lang sein, da eine Verwacklung unwahrscheinlich ist und du auch mit Stativ gut fotografieren kannst.

 Die ISO wählst du so niedrig wie möglich um ein Bildrauschen zu vermeiden. 

Actionfotografie von Tieren

Das komplette Gegenteil ist die Actionfotogafie.

 Hierbei geht es schließlich darum das Motiv in Action zu fotografieren und die Bewegung festzuhalten. Zu Beachten gilt also, dass hier ganz andere Kameraeinstellungen vorzunehmen sind. 

Um scharfe Bilder zu erhalten, sollte die Belichtungszeit über 1/250 Sek. liegen. 

Den ISO solltest du ebenso so wählen, dass du kein Bildrauschen erhähltst. (so niedrig halten wie möglich) Ebenfalls ist es sehr ratsam bei der Actionfotografie eine etwas kleinere Blende zu verwenden, damit das Tier bei der Fokussierung nicht aus dem Bild huscht. 

Versuche trotz der schnellen Bewegungen des Tiers noch auf die richtige Bildkomposition zu achten und dem Tier genügend platz im Bild zu bieten. Läuft das Tier nach links, sollte es möglichst weit im rechten Bereich der Aufnahme postiert werden.

Die Haustierfotografie

Die einfache oder besser ausgedrückt die unkomplizierteste Art der Tierfotografie ist definitiv das Fotografieren der eignen Lieblinge. 

Diese hat den Vorteil, dass du dein Tier einschätzen kannst, du seine Reaktionen kennst, es gegebenenfalls  auch belohnen kannst und du dein Haus nicht zwingend verlassen musst.

Es sei denn du fotografierst Pferde. Ich geh davon aus, dass dieses nicht bei dir im Haus oder in der Wohnung anzutreffen ist. 

Unsere Haustiere sind vorallem uns Menschen gewohnt und es macht ihnen wenig aus fotografiert zu werden. Denn Wildtiere flüchten oft schon bei den kleinsten Klickgeräuschen der Kamera. 

Versuche verschiedene Szenen mit deinem Haustier darzustellen und fotografiere sie mal beim Schlafen, beim Essen, beim Spielen oder mal ein niedliches Portrait beim Kuscheln. 

Die Fotos unserer Haustiere sind etwas ganz besonderes, da wir in unsere Lieblinge so und so schon so vernarrt sind. Hier heißt es einfach ausprobieren und den Tieren einfach mal mit der Kamera folgen.

Tierfotografie im Zoo

Im Zoo zu fotografieren ist anders als die Katzen zu Hause, aber auch als die wilden Tiere in der Umgebung. 

Hier kannst du die verschiedensten Lebewesen vor die Linse bekommen und alle haben ihre ganz eigenen Eigenschaften. Vögel, Elefanten, Raubkatzen, Krokodile und Schlangen. Alle Tiere sind auf ihre eigene Art einzigartig und so verhaltenen sie sich auch während du sie fotografierst. 

Besorge dir hierfür am besten ein Teleobjektiv (weiter unten findest du meine Ausrüstungsempfehlung). Da du an die Tiere aufgrund der Gehege nicht immer gut an sie herankommst brauchst du eben eine sehr große Linse. 

Der Zaun an sich ist dabei gar kein Problem. Wenn dieser deine Sicht beeinträchtigen sollte, so kannst du einfach ganz nah an den Zaun herangehen und auf das Tier Scharfstellen. So verschwindet der störende Zaun komplett und dein Fokus liegt nur auf dem Tier. 

Schau dich vorweg etwas auf der Website des Zoos um, welche Tiere du antreffen möchtest und mach dir vorher Gedanken welche du genau fotografieren möchtest. Zoos sind oft so riesig, dass du sicher nicht alles an einem Tag schaffen kannst. Du zahlst schließlich auch Eintritt für den Zoo, also solltest du einen Schlachtplan mitbringen.

Für Actionreiche Fotos informiere dich über die Fütterungszeiten der Tiere. Diese finden meist zu bestimmten Zeiten statt und sind (vor allem bei Raubtieren) das Highlight in der Zoofotografie.

Die Wildtierfotografie

Für die Abenteurer unter uns eignet sich bestimmt die Wildtierfotografie am Besten. 

Für die Wildtierfotografie solltest du deine Kamera bereits sehr gut beherrschen, also übe dich zuvor etwas im Zoo oder mit Haustieren.

Bist du mit der Kamera bereits per „Du“, dann nichts wie raus.

Anfangen kannst du am besten mit sämtlichen Tieren in deiner Nähe. 

Das fängt an bei Spinnen, Fliegen, Mäusen, Vögeln, Hasen und alles was du auf deinem Spaziergang vor die Linse bekommst.

Dieser führt bestenfalls in den nahegelegenen Wald. Mit etwas Glück findest du in Deutschland hier Füchse, Wildschweine, Rehe und Hirsche. 

Wenn du nicht weißt ob sich diese Tiere in deiner Nähe überhaupt aufhalten kannst du dich bei deinem Förster erkundigen, der kann dir meist die besten Spots verraten. So hast du die größten Chancen auch größeren Tieren zu begegnen.

Rüste dich gut aus für die Fotografie in der Wildnis. Du solltest ein festes Schuhwerk tragen und immer auf Regen vorbereitet sein. Sorge auch für genügend Verpflegung bei einem längeren Ausflug und trage keine zu bunten Klamotten, sondern passe dich etwas mit oliv- und Brauntönen an die Natur an. So fällst du nicht zu sehr auf und verschreckst die Tiere nicht.

Auf die genaue Kameraausrüstung gehe ich im nächsten Punkt genauer ein. 

Beachte bitte das du immer noch mit wilden Lebewesen zu tun hast. Halte immer einen gewissen Sichterheitsabstand ein und wage dich nicht zu weit an diese ran. Du wärst nicht der erste, der von einem Wildschwein angegriffen wird. Hier sollte wirklich vorsicht geboten sein und deine eigene Sicherheit einem schönen Foto vorgehen. 

Wer sich in das Fotorafiern von wilden Tieren verliebt, der kann wundervolle Erfahrungen auch im Ausland sammeln. Safaris bieten dir als Wildtierfotografieren hier den ultimativen Kick. Leider habe ich es selbst noch nicht geschafft, aber es steht auf jeden Fall auf meiner To-Do-Liste!

Ausrüstung für die Tierfotografie

Bei der Ausrüstung für die Tierfotografie kommt es ganz darauf an, was genau du fotografieren möchtest. Wer nur Hund und Katz fotografieren möchte der wird sich kein spezielleres Equipment zulegen müssen. Hier solltest du dich hautsächlich mit Leckerlies und Belohnungen für die Tiere ausstatten. In der Zoo- und Wildtierfotografie hingegen benötigst du schon bessere Ausrüstung.

Da wilde Tiere bekanntlich sehr schreckhaft sind empfehle ich dir für die Wildtierfotografie ein Teleobjektiv mit mindestens 200mm, besser noch 300mm. Auch in Zoos ist es immer wieder gut ein Teleobjektiv zu verwenden, da man aufgrund der Gehege oft auch nicht weit genug an die Tiere herankommt. 

Meine Empfehlung für Anfänger ist das Teleobjektiv von Tamron 300mm.

Wer in der freien Wildbahn unterwegs ist sollte sich natürlich auch für jede Wetterlage wapnen und auch mit Regen rechnen. Wenn du dich auf die Lauer legt kannst du dir auch ein Fotozelt anschaffen. Das schützt dich nicht nur vor Wind und Wetter, sondern auch durch Tarnfarben von den Blicken der Tiere. 

Empfehlenswert sind auch große schwere Stative, die dein Teleobjektiv optimal abstützen können. Auf Blitze solltest du besser komplett verzichten, da dies nicht gut für die Augen der Tiere ist.

Wer kleine Insekten und Krabbeltierchen fotografieren möchte der schaut sich am besten um ein Makroobjektiv um. 

Meine Empfehlung für Anfänger ist das Makroobjektiv von Sigma.

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