portraitfotografie

Die Portraitfotografie ist eine der wichtigsten und beliebtesten Fotografiearten. Egal ob Bewerbungsfoto oder für ein neues Social Media Profilbild, die Portraitfotogafie ist nicht wegzudenken. Sie gilt unter den Fotografen als absolute Königsdisziplin. 

Hierbei kommt es nicht nur auf die richtige Fototechnik an, sondern auch auf den passenden Hintergrund, die richtige Pose des Models und den Faktor genau im richtigen Moment abzudrücken. Aus Respekt vor der Kunst, trauen sich eine Menge Hobbyfotografen erst gar nicht an das Thema ran.

Aber keine Angst! In diesem Beitrag erhältst du die passenden Tipps und Tricks die du brauchst, um auch die Portraitfotografie zu meistern. 

Unter der Portraitfotografie versteht man allgemein Fotos, in denen Menschen im Mittelpunkt stehen. Dabei spielt es keine Rolle ob nur das Gesicht oder der ganze Körper abgebildet ist.

1. Fragen die du noch vor dem Fotoshooting klären solltest

Was sind die Eigenschaften und Hobbys des Models?

Lerne die Person die du fotografierst vorerst etwas kennen. Wer ist diese Person und welche Charaktereigenschaften hat diese? Ist die Person ein eher ernsterer Typ oder doch ein sehr lebensfroher Mensch der immer lacht. Was sind die Hobbys der Person? Spielt sie Fußball, ist sie Künstler oder liebt sie es zu lesen. 

Diese Eigenschaften können wir alle in unser Bild einflussen lassen und so einzigartigere Aufnahmen kreieren. 

Welches Ergebnis sollen die Bilder erzielen?

Du solltest vorweg schonmal über das gewünschte Endresultat sprechen. Wird das Foto als Geschenk für die Mutter oder als Bild für die Homepage eines Unternehmens verwendet. Wenn du das Ziel kennst, kannst du vorweg die Locations besser planen.

Beispielsweise fotografierst du einen Fitnesstrainer, der verschiedene Bilder von ihm für seine eigene Homepage möchte. Du kannst ihm vorschlagen seine Sportklamotten anzuziehen und ihm bei verschiedenen Übungen ablichten.  

Sprich dich immer mit deinen Models ab was sie sich vom Shooting erwarten und wie das Endergebnis sein soll.

2. Die passende Location und der passende Hintergrund für ein gutes Portrait

portrait fotografieren passender hintergrund

Ganz klar, das Model muss natürlich im Mittelpunkt stehen. Doch auch klar ist es, dass ein gut ausgewählter Hintergrund dem gesamten Bild den nötigen Flair gibt und die Bilder erst interessant aussehen lässt. 

Wir kennen alle die Situtation auf einem Stuhl zu sitzen, der vor einer weißen Leinwand steht, um ein Bewerbungsfoto aufzunehmen. Dort wird schnell fünf mal abgedrückt und wir haben das „perfekte“ Bewerbungsfoto.

Spaß macht das allerdings nicht! Diese Fotos mögen sich vielleicht für den Lebenslauf eignen, jedoch auf keinen Fall für unser Portfolio oder unsere Social Media Accounts. 

Wo finden wir also den perfekten Hintergrund für unser Portrait?

Du brauchst kein hochprofessionelles Fotostudio um gute Portraits zu knipsen. Ganz im Gegenteil, denn die besten Fotos entstehen nicht im Studio, sondern draußen in der Stadt oder in der Natur. 

Wer in der Stadt lebt, der kann sich ins Industriegebiet der Stadt begeben um dort tolle Backsteinwände, Betonwände, bunte Graffitis und verlassene Gebäude zu finden. Diese eignen sich besonders gut um interessante, moderne „Street Art“ Bilder zu schießen.

Zu beachten gilt, wer in den Gebäuden fotografiert, der muss für eine gute Lichtsituation sorgen, falls diese nicht gegeben ist.

Wer eher in ländlichen Gebieten zu Hause ist, der sollte diese Umgebung auch für seine Fotos nutzen. Außenaufnahmen an Seen, in Feldern, Wäldern oder vor gestapelten, abgeschnittenen Bäumen sind wundervoll. Diese Fotos geben deinen Bilder einen sehr offenen, dynamischen und oft auch mystischen Look.

Schau dich etwas in deiner Umgebung um und du wirst bestimmt passende Spots finden.

3. Das passende Equipment | Die richtige Ausrüstung

Dem Equipment ist natürlich nie eine Grenze gesetzt und hier wird dir auch jeder Fotograf etwas anderes empfehlen. 

Ich habe dir sowohl Anfänger, als auch Ausrüstung für Fortgeschrittene verlinkt. 

Natürlich brauchst du zu allererst ein Model. Dieses sollte sich aber relativ leicht finden, denn jeder möchte gern tolle Bilder von sich haben. Fang mit deinen Freunden an.

Kamera

Grundsätzlich gilt, dass man nach einer Kamera schauen sollte die sich natürlich mit diversen Objektiven ausstatten lässt und die ein geringes Rauschen bei Erhöhung des ISO ermöglicht.

Wer nicht tausende von Euros zu Verfügung hat um sich verschiedenste Objektive, Lichter etc. zu kaufen, der fährt mit einer durchschnittlen Kamera, wie beispielsweise der Canon EOS 750D oder der Nikon D5300 für den Anfang auch ganz gut. 

Wer direkt in eine gute Kamera investieren möchte den empfehle ich die Sony Alpha 77 II.

Objektiv

Bei der Portraitfotografie empfehle ich ein Objektiv mit Festbrennweite.

Die Brennweite ist sozusagen „das Auge“ der Kamera und wird in Millimetern angegeben. Sie beschreibt den Abstand vom optischen Mittelpunkt des Objektivs zum Schärfepunkt. Je kürzer die Brennweite, desto größer ist der Blickwinkel und je länger die Brennweite, umso enger der erfasste Blickwinkel.

Die Brennweite sollte zwischen 50-100mm liegen. Das sorgt dafür, dass du einen guten Fokus auf das Model hast. Ich kann dir das Objektiv von Tamron empfehlen. Ein sehr gutes Objektiv, dass sich aufgrund seiner Lichtstärke perfekt für Portaitaufnahmen eignet.

Günstige und gute Einsteiger Festbrennweiten für die Portraitfotografie:

Nikon AF Nikkor 50mm 1:1,8D Objektiv (52mm Filtergewinde) 

Canon EF 50mm 1:1.8 STM Objektiv (49mm Filterdurchmesser)

Sony SEL-50F18 Porträt-Objektiv (Festbrennweite 50 mm)

Faltreflektor

Wenn du Shooting plant und dir dabei neben dem Model noch eine weitere Hilfsperson zu verfügung steht, dann solltest du auf jeden Fall auch einen Faltreflektor mitnehmen. Durch Faltreflektoren kannst du das Licht optimal nutzen und ein müdes Geischt oder Augenrichte wegretuschieren ohne digitale Bearbeitung.

Zudem sind Faltreflektoren auch relativ kostengüntig und du findest diese meisens in verschiedenen Paketen. Wie hier das 5in1 Paket von Amazon. 

Dieses Paket enthält einen Diffusor und einen silbernen, goldenen, schwarzen und weißen Reflektor.

  • Goldener Reflektor: Ideal Einsetzbar bei trübem Wetter um warmes Licht zu erzeugen.
  • Silberner Reflektor: für sonnige Tage, um Schlagschatten zu minimieren.
  • Weißer Reflektor: Eignet sich als Aufheller, um kühlere Farbtemperaturen zu erhalten.
  • Schwarzer Reflektor: Verhindert, dass das Licht zurückgeworfen wird.

4. Die richtige Technik

Wie im ersten Punkt bereits beschrieben, solltest du zuerst etwas mehr über dein Model mit ein paar Fragen herausfinden, um die richtigen Charaktereigenschaften im Bild einzufangen.

Doch haben wir das einmal getan, so kommen wir nicht an ein paar grundlegenden Techniken vorbei.

Die Schärfe – Einer der wichtigsten Faktoren der Portraitfotografie

Portraitfotos werden gerne mit einem unscharfen Hintergrund dargestellt. Du solltest immer darauf achten, die Augen scharf zu stellen. Die Augen sind neben den Lippen der wohl wichtigste Punkt. Es muss nicht immer das gesamte Gesicht scharf sein, aber stell sicher mindestens ein Auge scharf gestellt zu haben, um ein ausdrucksstarkes Portrait zu erhalten. 

Um Fehlfokussierungen zu verhindern kannst du ein Stativ benutzen.

Wenn du nicht weißt, wie du den Fokus deiner Kamera bestimmen kannst, solltest du dich mit deiner Kamera auseinandersetzen. Das manuelle fokusieren macht nicht nur sehr viel mehr spaß, sondern deine Fotos auch noch um 1000% professioneller. 

Sieh dir auch den Artikel zu den Fotografie Grundlagen an, um mehr darüber zu erfahren.

5. Verschiedene Lichtsituationen schaffen

Passe die Lichtsituation deinem fertigen Bild an. So kannst du gezielt je nach Tageszeit verschiedene Stimmungen in deinen Fotos erschaffen.

Gut geeignet ist zum Beispiel ein diffuses Licht, was geschmeidige, weiche Schatten wirft und somit dem Model schmeichelt. Aber auch hartes, direktes Licht kann seinen Reiz ausüben. Experimentiere mit Lichtrichtung, Farbe, Intensität und Härte.

Du hat natürlich auch früh morgens ganz anderes Licht wie zur Mittagszeit oder spät Abends. Die Bilder können natürlich auch mit einem Bildbearbeitungsprogramm wie Photoshop oder Lightroom bearbeitet werden.

6. Die richtige Perspektive finden

die richtige perspektive

Du kannst aus so ziemlich jeden Winkel fotografieren und gute Fotos bekommen. Für jede Szene gibt es einen guten Winkel. Du musst es ausprobieren und ihn herausfinden. 

Grundsätzlich gilt: Auf Augenhöhe zu fotografieren funktioniert wunderbar. Es ist nicht nur für das Model sehr angenhem, sondern sieht auch im fertigen Bild klasse aus. 

Probiere beim Fotoshooting einfach ein paar verschiedene Perspektiven aus und zeige sie deinem Model. Lass das Model dann entscheiden welches Bild ihm am Besten gefällt.

7. Bearbeitung von Portraitfotografien

Hol das Beste aus deinen Aufnahmen mit der Bildbearbeitung heraus. 

Egal wie gut deine Aufnahme wurde, es gibt normalerweise immer etwas Kleines oder Großes, das geändert werden muss. 

Um dein Bild auf das nächste Level zu bringen kannst du es mit Adobe Lightroom oder Photoshop bearbeiten.

Dies sind die führenden Bildbearbeitungsprogramme und werden auch von mir verwendet. Photoshop und Lightroom sind kostenpflichtige Programme und können direkt auf der Website von Adobe in einem monatlichen Abo erworben werden. Das Geschäftsmodell von Adobe wurde leider auf ein Abonnementsystem geändert und es kann zwischen verschiedenen Paketen entschieden werden. Hier kommst du zu den aktuellen Angeboten von Adobe.

Für mich sind die beiden Programme unverzichtbar und ich würde sagen, dass es wichtiger ist, in dieses zu investieren anstatt in eine neue Kamera. Da die Bildbearbeitung heutzutage unverzichtbar ist. In der Fotografie verwenden wir es zur Retusche von Unreinheiten, Falten, Glanzlichtern, Tonwertkorrekturen, Schwarz-Weiß Färbungen bis hin zu komplett neuen Bildkompositionen.

In meinem Photoshop Kurs lernst du die Grundlagen + 20 weitere Effekte des Programms.

Natürlich gibt es auch kostenlose alternativen wie Gimp oder Photoscape.

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