ölbilder malen lernen - Ölmalerei techniken

Nachdem wir endlich die Theorie über  Farben, Pinsel und Hilfsmittel der Ölmalerei kennengelernt haben, geht es nun endlich in die Praxis.

Jetzt gilt es Schritt für Schritt die verschiedenen Techniken der Ölmalerei kennenzulernen, um die vielseitigen Möglichkeiten der Ölfarben optimal nutzen zu können. 

Ölbilder malen funktioniert nicht nur auf eine Weise und bietet die unterschiedlichsten Techniken. 

IMPRIMITUR (UNTERGRUND EINES BILDES)

palette ölmalerei

Der Untergrund ist bei der Ölmalerei von erheblicher Bedeutung. 

Wer Ölbilder malt, der muss davor immer eine verdünnte Schicht, die sogenannte Imprimatur anlegen.

Diese kann sowohl weiß, als auch farbig sein und zwischen den fertigen Schichten durchscheinen und das Endergebnis somit beeinflussen. 

Der wichtigste Grund für eine Untermalung ist allerdings, dass das Bild später keine Risse durch Spannungen bekommt. 

Wer auf eine weiße Leinwand malt, nimmt die Grundierung als Untergrund und bemalt diese nicht noch zusätzlich mit weißer Farbe. 

ABLAUF BEIM ÖLBILDER MALEN

Die klassische Malweise in Öl besteht darin, dass man ein Bild auch und auch mit verschiedenen Farbschichten aufbaut.

Wichtig ist, dass die Dichte bzw. der Fettgehalt mit jeder neuen Schicht zunimmt und dass man sich die dicken Schichten oder Impastos für den Abschluss aufspart

Wird dieser Ablauf nicht eingehalten, kann die Farbe beim Trocknen reißen oder sich ablösenAndererseits will man verhindern, dass die neuen Farben bei der Anlage auf einem zu feuchten Fond verschmutzen. 

FETT AUF MAGER

fett auf mager Ölmalerei

„Fett auf Mager“ heißt die wichtigste Grundregel der Ölmalerei, die da heißt, die unterste Schicht muss möglichst dünn bzw. fettarm sein

Grundsätzlich kann man den Fettgehalt der Farbe mit verschiedenen Techniken reduzieren. Beispielsweise indem man die Farbe dünn aufträgt oder auch indem man der Farbe mithilfe von Malmitteln das Fett entzieht.

Die einfachste und wohl am häufigsten verwendete Methode besteht darin, die Farbdichte für die Untermalung oder die ersten Farbflecken mit Terpentinöl zu reduzieren

Ölfarbe trocknet sehr langsam. Dieser Trocknungsvorgang kann bei einem sehr dicken Farbauftrag bis zu einem Jahr dauern

Alle aufbauenden, mittleren Schichten werden anschließend entweder mit sehr dünner, reiner Tubenfarbe oder besser noch mit einer etwas fetteren Lösung angelegt, für die Balsamterpentin, Dammarfirnis und Leinöl verdünnt werden. (Malmittel im Kunsthandel erhältlich)

Das Malen mit puren, dicken Tubenfarben erfolgt normalerweise erst ganz am Schluss

TIPP

Beim Malen mit Ölfarben ist es wichtig, zwischendurch einige Minuten innezuhalten. 

Malt man ohne Pause, verliert man schnell den Gesamtüberblick des Kunstwerks. Da Ölfarbe sehr langsam trocknet, kann man auch Pausen über einen ganzen Tag einlegen. 

NASS IN NASS TECHNIK

nass in nass Malerei

Die Nass in Nass Technik wird auch „Primamalerei“ gennant. Der Begriff leitet sich vom italienischen „alla prima“ – „aufs Erste“ ab.

Die Arbeit auf feuchter Fläche ergibt andere Ergebnisse als die auf trockener Fläche, da die nachfolgenden Schichten verschmutzen und Zwischentöne durch Mitziehen der Untergrundfarbe enstehen können.

Um das zu vermeiden, sollte man mit lockeren, aufgesetzen Strichen arbeiten.

 

TIPP

Im Gegensatz zu anderen Materialien verlieren Ölfarben auch dann nicht ihre Leuchtkraft und ihren Glanz, wenn sie stark verdünnt werden. 

Du kannst also unbesorgt diverse Malmittel einsetzen.

SCHICHTTECHNIK

Die Schichttechnik unterscheidet sich sehr von der Nass in Nass Technik. Während Letztere immerhin nur einer einzigen Sitzung stattfindet, muss die Schichttechnik auf trockener Fläche etappenweise erfolgen

Man muss also warten bis die letzte Farbschicht getrocknet ist, bevor man mit der Arbeit fortfahren kann. 

Die Farben mischt man auf einer Palette und nicht unmittelbar auf dem Malgrund. 

Der Vorteil der Schichttechnik besteht darin, dass die Farben beim Streichen über die untere Schicht nicht verschmutzen, da eine einmal getrocknete Ölfarbe nicht wieder weich wird. Die Farbe ist dadurch sehr gut zu kontrollieren

Der große Nachteil dieser Technik ist klar die lange Trocknungszeit

Wer Motive wählt, in denen saubere Kanten wichtig sind, arbeitet bevorzugt mit der Schichttechnik.

 

LASUR

Bei der Lasurenmalerei verringert man mit Terpentinöl die Dichte der Ölfarbe, die so verdünnte Farbe wird transparent und verliert den Glanz den ihr das Öl verleiht. 

Die Ölfarbe verwandelt sich in etwas Ähnliches wie Aquarellfarbe

Der verloren gegangene Glanz und die fehlende Fülle lassen sich jedoch mit der Verwendung von Dammarfirnis wiedergewinnen

Sie verdünnen die Ölfarbe bei dieser Technik also nicht nur mit Terpentilöl, sondern auch mit Dammarfirnis.

Zum Malen mit Lasuren muss der Untergrund absolut trocken sein, damit sich die Farben nicht mischen und das Werk verschmutzen. 

Auch darf man den Einfluss der Untergrundfarbe nicht außer Acht lassen. Sie muss hell sein, damit die neue Farbe darauf leuchtet.

SPACHTELMALEREI

Der Spachtel ist ein Werkzeug der Ölmalerei, mit dem man nicht nur Korrekturen ausführt, Farbe von der Palette entfernt und Effekte schafft. 

Man kann auch mit ihm malen

Der Spachtel erleichtert die Anlage von Reliefs und Strukturen und verleiht dem Werk  den Charakter seiner Abdrücke.

„Malen mit dem Spachtel“

Da man beim Malen mit dem Spachtel mehr Farbe benötigt, ist es ratsam, sich stets eine große Palette zu mischen damit die Farbe nicht während des Malens ausgeht und man den Ton erneut treffen muss. 

Absolut genialer Vorteil des Spachtels ist die leichte Reinigung. Du brauchst nur einen Lappen, Küchenrolle etc. und kannst den Spachtel darin abwischen. Alternativ ist auch Zeitungspapier eine gute Möglichkeit, da man diese sowieso anschließend vernichtet. 

 

IMPASTO

"Der Maulbeerbaum" Vincent van Gogh

Mit der Impasto Technik kann man Reliefs schaffen und Strukturen in der Farbmasse andeuten.

Ölfarben besitzen die notwendige Konsistenz, um auf der Leinwand modelliert zu werden und diese Form auch zu bewahren.

Deshalb kommt bei der Ölmalerei der Qualität, der Kraft und der Richtung des Pinselstrichs für den Aufbau des Bilds große Bedeutung zu.

Durch den Pinselstrich wird eine bestimmte Stimmung erzeugt und der Betrachter kann die Pinselführung, die Geschwindigkeit und die Stärke des Farbauftrags nachvollziehen.

Bei dieser Methode wird ebenfalls sehr viel Farbe benötigt. Stell also auch hier sicher, genügend Farbe vorweg anzumischen.

MALEN MIT FARBFLECKEN

"Landscape near Montecarlo" Claude Monet

Das Malen mit Farbflecken aus reiner oder gebrochener Farbe begann im Impressionismus.

Es ist der Vorläufer des Pointillismus und besteht darin, visuelle Eindrücke von Licht und Schatten mit kurzen Strichen wiederzugeben, die sich nicht auf der Leinwand mischen, sondern im Auge des Betrachters.

Die Malerei mit Farbflecken eignet sich für farbenfrohe und kontrastreiche Themen wie Landschaften oder abstrakte Formen.

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